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Mehr Naturbezug ist immer wichtig

Jäger schulen Erzieher/innen 2012

Sinsheim. (tk) Ein professionelles waldpädagogisches Seminar hat die Jägerschaft der Heidelberger Jägervereinigung (HDJV) gestern den Erzieherinnen der städtischen Kindergärten spendiert. Am "Roten Weg" beim Buchenauerhof wurde praktisch gezeigt, wie Natur und deren tieferes Verständnis vermittelt und zum Erlebnis werden können.
Dafür verantwortlich: Hagen Jourdan aus Hilsbach, Ausbildungsleiter und Schatzmeister bei der HDJV und Helga Duczek, zertifizierte Waldpädagogin und Erzieherin aus Heidelberg und mit ihren Mitarbeitern von "Hedu-Natur" seit Jahren im Rhein-Neckar-Kreis aber auch bis ins benachbarte Ausland tätig. Vor drei Jahren ließ sich Helga Duczek selbst von Jourdan zur Jägerin ausbilden. So kam dann eines zum anderen und der gestrige Tag, an dem 15 Erzieherinnen von den Sinsheimer Kindergärten sei beim Kennenlerngespräch Jourdans mit dem Oberbürgermeister vereinbart worden: "Mehr Naturbezug ist immer wichtig", sagte Jörg Albrecht gestern vor Ort und dankte Helga Duczek und den Jägern für die kostenlose, "hochwertige Schulung."

Der Rest vom Tag - knapp sieben Stunden verbrachte die Gruppe teils im tiefen Wald - war zu weiten Teilen parktischer, spielerischer Natur. Und mit dem Fokus auf kleine, vermeintlich einfache Dinge, die wirkungsvoll sind, die man aber oft vergisst: Beim Kennenlern-Spiel ähnlich eines Memories wurden Zweiergruppen durch Ertasten von Wald-Gegenständen, wie etwa Eicheln, Rinde oder Tannenzapfen gebildet. Effekt davon: Später, wenn Kinder dies tun, bilden sich willkürliche Paare statt der eh schon existierenden Grüppchen - gut für gesteigerte Neugierde, Offenheit und Kontaktfähigkeit. Tief im Wald wurde ein Basislager in Form eines Waldsofas gebaut. "Tief im Wald und nicht am Wegrand, weil man mit dem Ort etwas Geheimnisvolles, Lauschiges verbindet", erläuterte Helga Duczek. Spiele zu den Themen Tierspuren, wie Trittsiegel vom Reh, Malbäume von Wildschweinen und Fegespuren des Gehörns an Jungpflanzen, zum Thema Wildverbiss, zu weithin ausgestorbenen Räubern wie Wolf und Luchs - und der umfassende Gedanken- und Erfahrungsaustausch darüber - schlossen sich an. Ziel ist das Vermitteln von Sinneserlebnisse die rar geworden sind in der modernen Lebenswelt.
Die heimische Natur als wertvoller Raum, der Lust macht auf Entdecken, Begreifen, Lernen - und Schützen. Natur stimmt positiv, bietet Entspannung und Erholung und einen starken Kontrast zur naturfernen und bewegungsarmen Lebensweise. Das Spektrum der Waldpädagogik ist vielseitig. Möglich sind Übungen zur Wahrnehmungsschulung, Vertrauensübungen, Kooperationsspiele, Übungen zur Gewaltprävention und Abenteueraktionen und ein Teil der Kindergärten im Stadtgebiet verbringt schon jetzt regelmäßig mehr oder minder viel Zeit im Wald.

Die Forstpartie nahm den Seminartag zum Anlass, über die aktuelle rechtliche Situation in Sachen Verkehrssicherungspflicht zu informieren. Grund: Durch ein Urteil des Oberlandesgerichts Saarbrücken standen waldpädagogische Unternehmungen vor Kurzem unter ungünstigem Stern: Waldbesitzer sollten für etwaige - in der Praxis reichlich hypothetische Gefahren - haften, wie Forstdirektor Dr. Josef Klebes schilderte. Dieses Urteil habe der Bundesgerichtshof nun kassiert.

Wäre dem nicht so, hätte dies einen kaum zu bewältigenden Aufwand für Stadt und Forst bedeutet. Ein morscher Ast nur in der Nähe des "Waldsofas" vom Kindergarten hätte beispielsweise die Unternehmung gefährdet. Die Revierleiter, wie etwa Dietmar Weiland am "Roten Weg" hätten "vor jedem Waldtag unzählige Ortstermine einlegen und jeden Platz inspizieren müssen, den die Kinder mit ihren Erziehern aufsuchen."

erschienen 2012 auf http://www.hdjv.de/aktuell.htm
Heidelberger Jägervereinigung, Aktuelles aus der Kreisvereinigung



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