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Memorie spielen mit Eicheln und Tannenzapfen

Jäger schulen Erzieher, waldpädagogisches Seminar in Baden-Württemberg 2012

Beim waldpädagogischen Seminar im baden-württembergischen Sinsheim lernten sich 15 Erzieherinnen mithilfe von Waldfrüchten kennen.

Beim waldpädagogischen Seminar im
baden-württembergischen Sinsheim
lernten sich 15 Erzieherinnen mithilfe
von Waldfrüchten kennen.

Jäger der Initiative Lernort Natur zeigten den Erzieherinnen Übungen zur Wahrnehmungsschulung, Vertrauensbildung und zur Gewaltprävention, die sie mit

Jäger der Initiative Lernort Natur zeigten
den Erzieherinnen Übungen zur Wahr-
nehmungsschulung, Vertrauensbildung
und zur Gewaltprävention, die sie mit
"ihren" Kindern im Wald machen können.

Bei einem Memorie-Spiel mit Waldgegenständen wie Eicheln, Kastanien und Tannenzapfen lernten sich 15 Erzieherinnen der Sinsheiner Kindergärten beim waldpädagogischen Seminar kennen. Durch das Ertasten der Waldfrüchte bilden Kinder später willkürliche Paare statt der sowieso schon existierenden Grüppchen – gut für gesteigerte Neugierde, Offenheit und Kontaktfähigkeit.

Das Seminar der Initiative Lernort Natur spendierte die Heidelberger Jägervereinigung. Am „Roten Weg“ beim Buchenauerhof wurde praktisch gezeigt, wie Natur und deren tieferes Verständnis vermittelt und zum Erlebnis werden können. Verantwortlich waren Hagen Jourdan, Ausbildungsleiter und Schatzmeister der Heidelberger Jägervereinigung, sowie Helga Duczek, Jägerin, zertifizierte Waldpädagogin und Erzieherin, die mit ihren Mitarbeitern von „Hedu-Natur“ seit Jahren im Rhein-Neckar-Kreis und bis ins benachbarte Ausland tätig ist.

„Mehr Naturbezug ist immer wichtig“, sagte der Sinsheimer Oberbürgermeister Jörg Albrecht und dankte den Jägern für die kostenlose, hochwertige Schulung. Den Tag verbrachte die Gruppe mit praktischen, zum Teil spielerischen Aktionen: In Form eines „Waldsofas“ wurde ein Basislager gebaut – nicht am Wegrand, sondern tief im Wald, weil man mit dem Ort etwas Geheimnisvolles, Lauschiges verbindet. Spiele zu Tierspuren wie Trittsiegel vom Reh, Malbäume von Wildschweinen und Fegespuren des Gehörns an Jungpflanzen, zum Thema Wildverbiss, zu weithin ausgestorbenen Beutegreifern wie Wolf und Luchs. Daran schlossen sich ein umfassender Gedanken- und Erfahrungsaustausch an. Ziel ist das Vermitteln von Sinneserlebnissen, die rar geworden sind in der modernen Lebenswelt.

Die Forstpartie nahm den Seminartag zum Anlass, über die aktuelle rechtliche Situation in Sachen Verkehrssicherungspflicht zu informieren. Durch ein Urteil des Oberlandesgerichts Saarbrücken standen waldpädagogische Unternehmungen vor Kurzem unter ungünstigem Stern: Waldbesitzer sollten für etwaige – in der Praxis reichlich hypothetische – Gefahren haften. Dieses Urteil habe der Bundesgerichtshof nun kassiert. Wäre dem nicht so, hätte dies einen kaum zu bewältigenden Aufwand für Organisatoren von „Lernort Natur“-Veranstaltungen bedeutet. Ein morscher Ast nur in der Nähe des „Waldsofas“ eines Kindergartens z. B. hätte die ganze Unternehmung gefährdet. Die Jagdpächter oder Forstrevierleiter hätten vor jedem Waldtag unzählige Ortstermine einlegen und jeden Platz inspizieren müssen, den die Kinder mit ihren Erziehern aufsuchen.

erschienen 2012 auf http://www.lernort-natur.de/

Lernort Natur - Jägerinnen und Jäger bieten Natur- und Umweltbildung, Waldpädagogik, Bildung für nachhaltige Entwicklung, Biologie- und Sachkundeunterricht, Erlebnispädagogik und noch viel mehr. Lernen in und von der Natur, das ist unsere “Philosophie”.



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